Ambulante Pflege-Wohngemeinschaft "Obere Kreuzäcker"

Als erstes großes Projekt ist das Forum Bühl dabei, eine ambulant betreute, selbstverwaltete Pflege-Wohngemeinschaft auf den Weg zu bringen. So soll im Dorf eine Wohnmöglichkeit für ältere Mitbürger geschaffen werden, die sich zu Hause nicht mehr alleine versorgen können.

Die Wohngemeinschaft soll dabei einen eher häuslichen Charakter haben, bei der jede*r Bewohner*in ein eigenes Zimmer hat. Es ist ein großer Gemeinschaftsraum mit offener Küche geplant. Dort können die Bewohner*innen mit Hilfe einer Alltagsbegleitung gemeinsam kochen und bei der täglichen Arbeit mithelfen. Die Pflege-Wohngemeinschaft ist als eine Alternative zum Umzug in ein stationäres Pflegeheim in der Kernstadt gedacht, als Möglichkeit also, auch am Lebensabend in der Heimatgemeinde Bühl gut betreut und versorgt zu werden. Geplant ist neben der ambulanten Pflege-Wohngemeinschaft für zwölf Bewohner zudem eine Tagespflege mit 15 Plätzen, um so auch pflegenden Angehörigen im Ort eine Entlastung zu bieten.

Im Juli 2023 ist der Spatenstich für das Gebäude im Neubaugebiet „Obere Kreuzäcker“ erfolgt.

Der Verein Forum Bühl steht in enger Abstimmung mit allen Akteuren des Projekts. Er unterstützt durch Vorstand und Mitglieder die Bewohner*innen der ambulanten Pflege-Wohngemeinschaft und deren Angehörige. Der Verein verankert die Wohngemeinschaft in der Dorfgemeinschaft und hilft, dieses Angebot nach außen zu tragen.

Mehr Infos zur ambulanten Pflege-Wohngemeinschaft auf einen Blick finden Sie in unserem Flyer (PDF)

Fragen und Antworten

Allgemeine Daten und Fakten zur Pflege-Wohngemeinschaft “Obere Kreuzäcker”

Der geplante Bezug der Pflege-Wohngemeinschaft ist im September 2025.

Nein, sie ist grundsätzlich allen zugänglich. Es gilt: Das Bewohnergremium (s. unten) darf über die künftigen Bewohner*innen entscheiden. Die Plätze werden nach Bedarf vergeben.

 

Der Verein Forum Bühl unterstützt durch Vorstand und Mitglieder die (zukünftigen) Bewohner*innen der ambulanten Pflege-Wohngemeinschaft und deren Angehörige. Er verankert die WG in der Dorfgemeinschaft und hilft, dieses Angebot nach außen zu tragen.

Allgemeine Informationen zu Pflege-Wohngemeinschaften

In einer Pflege-Wohngemeinschaft leben mehrere Menschen mit einer Pflegebedürftigkeit in einer familienähnlichen Atmosphäre zusammen und teilen sich so eine Wohnung oder ein Haus. Gemeinsam entscheiden die Bewohner*innen über die Alltagsbegleiter und die Haushaltsführung. Im Unterschied zu einer stationären Einrichtung handelt es sich bei der Wohngemeinschaft um eine von Angehörigen gemeinsam verantworteten Wohnform für Menschen mit Unterstützungsbedarf unterschiedlicher Pflegegrade.

In der vollständig selbstverantworteten ambulanten Pflege-Wohngemeinschaft in Bühl sollen 12 Bewohner*innen, die Unterstützung im Alter und Pflege benötigen, zusammenleben. Die Wohngemeinschaft soll dabei einen häuslichen Charakter haben, bei der jede*r Bewohner*in sein / ihr eigenes Zimmer hat.

Es ist ein großer Gemeinschaftsraum mit offener Küche geplant. Dort können die Bewohner*innen mit Hilfe von Alltagsbegleitungen gemeinsam kochen und bei der täglichen Arbeit mithelfen. Betreuung ist 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche gewährleistet. Über ambulante Pflegedienste werden weitere Pflege- und Betreuungsleistungen sichergestellt.

Die Pflege-Wohngemeinschaft in Bühl ist als eine Alternative zum Umzug in ein stationäres Pflegeheim außerorts gedacht. Als Möglichkeit also, auch am Lebensabend in oder nahe der Heimatgemeinde gut betreut und versorgt zu werden.

Neben der ambulanten Pflege-Wohngemeinschaft für zwölf Bewohner*innen ist zudem eine Tagespflege mit 15 Plätzen geplant, um so auch pflegenden Angehörigen im Ort eine Entlastung zu bieten.

Die Selbstvertretung der Bewohner*innen in der Wohngemeinschaft wird durch das sogenannte Bewohnergremium wahrgenommen. Können sich Bewohner*innen aufgrund ihrer Erkrankung nicht mehr selbst vertreten, dann übernehmen Angehörige bzw. Bevollmächtigte diese Aufgabe. Das Bewohnergremium ist alleiniger Entscheidungsträger. Die „Hausmacht“ liegt also bei den Bewohner*innen.

Im Bewohnergremium werden alle die Wohngemeinschaft betreffenden Angelegenheiten untereinander abgestimmt. Das Bewohnergremium sichert die selbstbestimmte, gemeinschaftliche Gestaltung der Lebens- und Haushaltsführung und stellt das Forum zur gemeinsamen Klärung und Regelung aller Fragestellungen dar, die das Zusammenleben in der Wohngemeinschaft betreffen.

Zu seinen Aufgaben zählt:

  • Ausübung des Hausrechts und damit Auswahl neuer Mieter*innen 
  • Auswahl des oder der Dienstleister(s) für die Sicherstellung der Alltagsbegleitung und der erforderlichen Pflege 
  • Regelung haushaltsbezogener Angelegenheiten und organisatorischer Fragen (z.B. Anschaffungen) 
  • Aktive Beteiligung und Organisation (z.B. Einkäufe, Abrechnung des Haushaltsgeldes etc.) in der Wohngemeinschaft 
  • Mitgestaltung des Lebens in der Wohngemeinschaft
  • Koordination / Absprachen mit bürgerschaftlich Engagierten 
  • Regelmäßige Sitzungen inkl. Dokumentation der Beschlüsse 

Ambulante Pflege ist das Pendant zur stationären Pflege. Die ambulante Pflege findet in der Pflege-Wohngemeinschaft statt, ist also vergleichbar mit der ambulanten Pflege zu Hause.

Der von den jeweiligen Bewohner*innen bestellte ambulante Pflegedienst verrichtet alle nötigen Pflegeleistungen. Somit wird durch die ambulante Pflege eine Unterbringung in einem Pflegeheim vermieden. 

Das Angebot richtet sich an ältere Menschen mit Unterstützungsbedarf mit einem Pflegegrad von 2 bis 5. Menschen, die Gemeinschaft schätzen und Wert darauf legen, selbstbestimmt zu leben, sind in einer Pflege-Wohngemeinschaft sehr gut aufgehoben. Die Gruppengröße von zwölf Mitbewohner*innen bietet den Bewohner*innen gerade bei abbauenden mentalen Fähigkeiten oder bereits fortgeschrittenem Pflegebedarf einen überschaubaren, vertrauten Rahmen.

Die Pflege-Wohngemeinschaft ermöglicht ein Leben in einer familienähnlichen Atmosphäre. Sie vermittelt Geborgenheit und Sicherheit, bietet größtmögliche Selbstständigkeit und unterstützt und fördert die Personen ihren Fähigkeiten entsprechend. Durch die kleine Gruppengröße bleibt für das Betreuungspersonal mehr Zeit für den Kontakt zu den Menschen, was zu einer entspannteren und intensiveren Versorgung und Begleitung führt. Aber auch die Bewohner*innen können sich durch das kleinere, familiäre soziale Umfeld enger austauschen und gegenseitig unterstützen. Zudem bieten Pflege-Wohngemeinschaften einen sehr selbstbestimmten Alltag, der durch gemeinsam anstehende Aktivitäten wie Kochen und Essen trotzdem Struktur hat. Gleichzeitig bieten Pflege-Wohngemeinschaften natürlich auch private Rückzugsmöglichkeiten.

Das Leben in einer Pflege-Wohn­gemeinschaft ist weniger durch­organisiert als in einer klassischen Pfle­geeinrichtung. Außerdem ist die Finanzierung des Lebens in der Wohngemeinschaft komplizierter zu regeln als beim Wohnen im Pfle­geheim. Mehrere Personen, die beauftragt und bezahlt werden müssen, gewähr­leisten die Pflege und organisieren den Haushalt. Angehörige werden stärker in den Alltag eingebunden, müssen sich gut informieren und möglichst aktiv in die Wohngemeinschaft einbringen.

Miete / Kosten

Die Vermieterin der Zimmer in der Wohngemeinschaft ist die Gesellschaft für Wohnungs- und Gewerbebau Tübingen mbH (GWG). Das Mietverhältnis und die Versorgung der Bewohner*innen sind durch separate Verträge geregelt. In Einzelmietverträgen sind die Nutzung des jeweiligen Zimmers und die Nutzung der gemeinschaftlichen Räume geregelt: Küche, Bad, WC, Ess- und Wohnzimmer, Außenanlagen und Flur.

Die Kosten in der selbstverwalteten Pflege-Wohngemeinschaft in Bühl sind niedriger als für einen Platz in einem vergleichbaren neu erbauten Pflegeheim in der Stadt. Im Unterschied zu einer stationären Einrichtung werden die Kosten in Wohngemeinschaften nicht an eine Institution oder einen Träger entrichtet, sondern jeweils gesondert an unterschiedliche Leistungserbringer bezahlt. Der Betrag setzt sich aus folgenden Bausteinen zusammen: Miete, Pflegekosten für den Pflegedienstleister, Kosten für die Alltagsbegleitung, das von den Bewohner*innen gemeinsam vereinbarte Haushaltsgeld und eventuelle Rücklagen. Hinzu kommen einmalige Kosten wie die Kaution oder Anschaffungskosten für Mobiliar der Gemeinschaftsräume. Je nach Vereinbarung können die Kosten leicht variieren, wenn z.B. Eigenleistungen der Angehörigen eingebracht und verlässlich zur Unterstützung eingebunden werden.

Die genannten Kosten summieren sich zu einem monatlichen Gesamtbetrag. Dieser beläuft sich nach aktuellem Stand nach Abzug der Pflegesachleistungen in der geplanten Pflege-Wohngemeinschaft auf knapp über 4.000 €/Monat.

Grundsätzlich ist das Modell sozialhilfefähig. Es empfiehlt sich, bereits frühzeitig mit dem Sozialhilfeträger in Kontakt zu treten, um die Ansprüche auf Sozialhilfe zu klären. 

Kann ein*e Bewohner*in die Kosten im Laufe seines / ihres Mietverhältnisses nicht mehr aus dem eigenen Einkommen oder Vermögen aufbringen, ist es ratsam, mit dem zuständigen Sozialhilfeträger in Kontakt zu treten, um die Ansprüche auf Sozialhilfe zu klären.

Umgebung und Ausstattung der Pflege-Wohngemeinschaft

Die Pflege-Wohngemeinschaft ist eingebunden in das Quartier „Obere Kreuzäcker Bühl“, das teilweise altersgerecht erschlossen und beplant wird. Neben der Pflege-Wohngemeinschaft wird es ein Mehrgenerationenprojekt geben sowie eine Tagespflege. Räume zur gemeinschaftlichen Nutzung sind in Planung. Im Außengelände werden beschattete Sitzmöglichkeiten zum Verweilen geplant. Hier können durch das Quartier nachbarschaftliche Aktivitäten umgesetzt werden.

Die Wohnung befindet sich im 1. Obergeschoss und hat eine Grundfläche von 440 qm. Jede*r Bewohner*in lebt in einem Einzelzimmer mit einer Größe zwischen ca. 15 und 18 qm. Es gibt einen Wohn- und Essbereich, eine Küche mit Speisekammer, Hauswirtschafts- und Abstellräume sowie sechs barrierefreie Bäder. Eine barrierefreie Terrasse und ein Zugang zu einem großzügigen Innenhof sind vorhanden.

Die Zimmer werden unmöbliert vermietet. Die Bewohner*innen richten ihre Zimmer mit persönlichen Möbeln und Gegenständen ein. Die Ausstattung der Allgemeinräume wird mit den Mieter*innen und/oder deren Angehörigen / Bevollmächtigten gemeinsam entschieden.

Wie zu Hause in der Familie teilen sich die einzelnen Gemeinschaftsmitglieder Bäder und Toiletten, wobei immer jeweils zwei Zimmern ein Bad zugeordnet ist.

Alltag in der Pflege-Wohngemeinschaft

Grundsätzlich gilt: Jede*r Bewohner*in entscheidet selbst über den Umfang und die Art seiner / ihrer Pflege und den individuellen Tagesablauf. So können die Bewohner*innen frei entscheiden, ob und an welchen Gemeinschaftsaktivitäten der Pflege-Wohngemeinschaft sie teilnehmen möchten.

Die Betreuung sollte sich idealerweise am Tagesrhythmus und den Gewohnheiten und Vorlieben der Bewohner*innen orientieren. Ziel ist es, die Ressourcen der Bewohner*innen zu aktivieren, sie bei der Gestaltung des Alltags zu unterstützen und ihre Kompetenzen so weit wie möglich zu erhalten.

Anders als im Pflegeheim gibt es in den privaten Räumen einer selbstverwalteten Wohngemeinschaft nur wenige staatliche Vorgaben. Das Modell geht davon aus, dass sich Angehörige gemeinsam mit dem Pflegedienst und der Alltagsbegleitung die Verantwortung für eine angemessene Versorgungsqualität teilen. Angehörige bringen sich also ins Wohngemeinschafts-Leben mit ein und engagieren sich für alle Bewohner*innen. Es wird das Prinzip der „Großfamilie“ gelebt.

Für die Organisation der Wohngemeinschafts-Arbeit sollten auf jeden Fall regelmäßige Treffen sowohl innerhalb der Angehörigengruppe als auch mit dem externen Pflegedienst stattfinden. Bei diesen Treffen werden Termine abgestimmt und Aufgaben verteilt sowie gemeinsam die Wohngemeinschafts-Arbeit gestaltet. Die Einzelheiten können in einer gemeinsamen Kooperationsvereinbarung geregelt werden.

Grundsätzlich gilt: Die Bewohner*innen sprechen sich mit dem Pflegeteam und den Alltagshelfer*innen ab und regeln gemeinsam die Haushaltsführung mit Reinigung, Einkäufen etc. Je nachdem, für welche Form der Beteiligung und Tätigkeiten sich die Gruppe entscheidet, werden die Verträge und Abläufe entsprechend gestaltet.

Alle Haustiere sind in der Pflege-Wohngemeinschaft nur nach Absprache und Erlaubnis des Bewohnergremiums gestattet. Die Zustimmung dafür wird in regelmäßigen Abständen überprüft, da sich die Umstände ändern können (bspw. durch Ängste, Allergien von Bewohner*innen etc.)

Auch das kommt im Leben in einer Pflege-Wohngemeinschaft vor. Grundsätzlich gilt: Das Bewohnergremium darf über die künftigen Bewohner*innen entscheiden. Das heißt, es wird gezielt geschaut: Wer passt vom Alter und Geschlecht her? Welche Angehörigen passen gut ins Team? Es gibt also kein Anrecht auf einen Platz und auch keine Warteliste, die chronologisch abgearbeitet wird.

Ja, die Bewohner*innen können bis zu ihrem Tod in der Pflege-Wohngemeinschaft wohnen bleiben und von ihren Angehörigen begleitet werden. Voraussetzung für den Verbleib bis zum Tod ist, dass keine spezielle medizinische Pflege gefordert ist, die innerhalb der Wohngemeinschaft nicht leistbar ist.

Unterstütze die Pflege-Wohngemeinschaft mit deiner Spende

Die Pflege-Wohngemeinschaft in Tübingen-Bühl soll ein richtiger Wohlfühlort für ihre künftigen Bewohner*innen werden! Unser Verein möchte der Wohngemeinschaft daher eine Sonderausstattung für das gemeinsame WG-Leben spenden.

Kontakt

Sie haben Fragen zur ambulanten Pflege-WG? Dann wenden Sie sich gerne per E-Mail an

pflegewg@forum-buehl.de oder persönlich bzw. per Telefon an:

Uwe Janßen: 0157 / 557 650 12

Michael Lucke: 0151 / 142 639 37

Christiane Krafft: 0176 / 804 472 66